Eigenmietwert soll abgeschafft werden

Der Eigenmietwert soll abgeschafft und durch ein neues System der Wohneigentumsbesteuerung ersetzt werden. Basierend auf diesem früheren Beschluss des National- und Ständerates wurde nun von der WAK des Ständerates (Wirtschaftskommission) ein Vorschlag mit Eckwerten ausgearbeitet und die Verwaltung beauftragt dazu eine Vernehmlassungsvorlage vorzubereiten.

Was ist der Eigenmietwert?

Personen mit selbst bewohntem Wohneigentum müssen den Eigenmietwert als "fiktives" Einkommen versteuern, weil sie bei einer Vermietung des Hauses oder der Wohnung Geld einnehmen könnten. Im Gegenzug dürfen Schuldzinsen und Unterhaltskosten abgezogen werden. Damit besteht für Wohneigentümer ein steuerlicher Anreiz ihre Schulden nicht abzubauen, was wiederum ein Grund für die im internationalen Vergleich hohe Verschuldung der Privathaushalte sein dürfte.

Vorstösse zur Abschaffung scheiterten bisher

Die Besteuerung des Eigenmietwertes ist der Politik schon länger ein Dorn im Auge. Gemäss Bericht der Schweizerischen Steuerkonferenz von 2015 kennen neben der Schweiz nur Dänemark, Luxemburg, Holland und Spanien eine Besteuerung des Eigenmietwertes als Einkommen. Trotzdem sind verschiedene Versuche den Eigenmietwert abzuschaffen immer wieder gescheitert. Zuletzt wurde der Vorstoss von Hauseigentümer-Präsident und Nationalrat Hans Egloff im Parlament abgelehnt. Dieser verlangte, dass Wohneigentümer zwischen Eigenmietwert und Abzugsmöglichkeiten wählen dürfen.

Vorschlag der WAK

Die WAK schlägt vor im Gegenzug für die Abschaffung des Eigenmietwertes den Abzug für die Liegenschaftsunterhaltskosten zu eliminieren und auf Bundesebene weder Energiespar- und Umweltabzüge noch Abzüge für denkmalpflegerische Arbeiten zuzulassen. Die Kantone wären jedoch frei in ihrer Steuergesetzgebung weiterhin solche Abzüge vorzusehen. Den Schuldzinsabzug auf selbstgenutztem Wohneigentum will die Kommission aufheben. Schuldzinsen sollen nur noch im Umfang von 80 bis 100 Prozent der anderweitigen Vermögenserträge (z.B. Mietzinseinnahmen, Erträge aus Aktien oder Wertpapieren ) abziehbar sein. Zudem möchte die WAK, im Sinne des Verfassungsauftrages der Wohneigentumsförderung, einen Sonderabzug für Ersterwerber in die Vernehmlassung aufnehmen.